PFAS sind chemisch und thermisch sehr stabil. So reichern sich PFAS im Menschen und weltweit in der Umwelt an. PFAS werden zum Beispiel in der Beschichtung von Kaffeebechern, für Outdoorjacken oder Löschschäume verwendet, weil sie fett-, wasser- und schmutzabweisend sind. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes: „Welche Schäden die langlebigen PFAS in der Umwelt auf Dauer anrichten können, ist häufig noch unerforscht. Wir versuchen daher, gemeinsam mit anderen europäischen Ländern, diese Stoffe in der EU so weit wie möglich zu verbieten. Dies ist aus Vorsorgegründen der richtige Schritt.“
„Die Stoffgruppe der PFAS umfasst über 4.700 verschiedene Chemikalien. PFOS (Perfluoroktansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroktansäure) - wurden in der GerES-Studie am häufigsten gefunden. Mit PFOS waren 100 Prozent aller Kinder in der Studie belastet. PFOA fand sich in 86 Prozent der insgesamt 1.109 untersuchten Blutplasma-Proben. Damit liegen die Werte teilweise über den von der Kommission Human-Biomonitoring (HBM) festgelegten Schwellen. 21,1 Prozent der Proben lagen über dem HBM-I-Wert für PFOA, 7,1 % über dem HBM-I-Wert für PFOS. 0,2 Prozent der Proben überschritten den HBM-II-Wert für PFOS. Der HBM-II-Wert beschreibt eine Konzentration, ab der nach heutigem Kenntnisstand eine relevante gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist. Die Belastung sollte dann in jedem Fall reduziert werden.“
Die Stoffgruppe der PFAS umfasst über 4.700 verschiedene Chemikalien. PFOS (Perfluoroktansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroktansäure) - wurden in der GerES-Studie am häufigsten gefunden. Mit PFOS waren 100 Prozent aller Kinder in der Studie belastet. PFOA fand sich in 86 Prozent der insgesamt 1.109 untersuchten Blutplasma-Proben. Damit liegen die Werte teilweise über den von der Kommission Human-Biomonitoring (HBM) festgelegten Schwellen. 21,1 Prozent der Proben lagen über dem HBM-I-Wert für PFOA, 7,1 % über dem HBM-I-Wert für PFOS. 0,2 Prozent der Proben überschritten den HBM-II-Wert für PFOS. Der HBM-II-Wert beschreibt eine Konzentration, ab der nach heutigem Kenntnisstand eine relevante gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist. Die Belastung sollte dann in jedem Fall reduziert werden.
Link zum Umwelbundesamt:
University Cambridge researches find that gut microbes can protect us from PFAS, also called the Forever-Chemicals.
https://www.cam.ac.uk/research/news/gut-microbes-could-protect-us-from-toxic-forever-chemicals
Der folgende Text stammt aus dem Audiobeitrag des BR24, aktualisiert am 05.11.2025
In einer Analyse des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind in fast allen untersuchten Trinkwasserproben sogenannte Ewigkeitschemikalien gefunden worden, auch in mehreren bayerischen Regionen. Demnach wurden in 42 von 46 Proben Spuren von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) nachgewiesen. Derzeit geltende gesetzliche Grenzwerte wurden jedoch nicht überschritten.
Laut BUND wurden PFAS im Trinkwasser in vier von insgesamt sechs bayerischen Proben (externer Link zum BUND) nachgewiesen, nämlich in Holzkirchen, Passau, Salzweg und Olching. In Neuötting-Alzgern im Landkreis Altötting fanden die Experten PFAS im Grundwasser. Wie die BN-Kreisgruppe Altötting mitteilt, reißt die gemessene Konzentration den Grenzwert, der ab 2026 für Trinkwasser gelten wird. Das Trinkwasser in Neuötting sei aber nicht belastet, denn: "Dass das Trinkwasser nicht belastet ist, liegt daran, dass es mit hohem technischem Aufwand seit 2009 mittels Aktivkohlefiltern gereinigt wird", so BN-Kreisgruppenvorsitzende Gerhard Merches.
PFAS stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen. Experten warnen immer wieder, dass PFAS auch das Trinkwasser dauerhaft belasten könnten. PFAS kommen in der Industrie unter anderem bei der Produktion von Anoraks über Pfannen bis zu Kosmetik zum Einsatz. Bisher ist laut BUND nur ein Bruchteil der mehreren Tausend PFAS-Einzelsubstanzen reguliert. Die Europäische Union diskutiert weitere Beschränkungen.
Die Proben wurden zwischen Juni und Oktober 2025 aus verschiedenen Regionen entnommen. In drei Fällen lagen die gemessenen Werte laut BUND über den künftigen Grenzwerten, die ab 2026 beziehungsweise 2028 in der neuen Trinkwasserverordnung gelten sollen – unter anderem in Zeuthen (Brandenburg) sowie in Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Das sei möglicherweise auf den früheren Einsatz von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen zurückzuführen.
In einer Wasserprobe aus dem Berliner Regierungsviertel wurde eine hohe Summe aus mehreren PFAS ermittelt. In vier Proben konnten keine PFAS nachgewiesen werden. Es handle sich jeweils nur um örtlich und zeitlich begrenzte Stichproben aus den genannten Städten, schreibt der BUND. Sie "bilden je nach Wassernetz nicht die Situation in der ganzen Stadt ab".
"Unsere Stichproben zeigen, dass PFAS längst in unserem Wasserkreislauf angekommen sind – von Oberflächengewässern über Grundwasser bis ins Trinkwasser. Selbst tiefe Mineralwasserbrunnen sind betroffen", sagte BUND-Geschäftsführerin Verena Graichen.
Der Verband fordert eine strengere Regulierung der Stoffe und eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips: "Das Aufbereiten von sauberem Trinkwasser wird immer aufwendiger und teurer. Die entstehenden Kosten sollten von den Verursachern gezahlt werden und nicht von den Verbraucherinnen und Verbrauchern", sagte Graichen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verwies darauf, dass die Untersuchung auf zeitlich und räumlich begrenzte Stichproben aus Grund-, Oberflächen- und Trinkwasser basiere und deshalb keine repräsentative Momentaufnahme der PFAS-Konzentration im deutschen Trinkwasser darstelle. Zudem seien die künftigen Grenzwerte in nahezu allen Fällen eingehalten worden. Die Aufnahme von PFAS über Nahrungsmittel überschreite die Aufnahme durch Trinkwasser um ein Vielfaches, "Trinkwasser in Deutschland ist sicher", so der Verband.
Leitungswasser bleibt laut BUND dennoch die ökologische Wahl. Auch in vielen Mineralwässern könnten PFAS nachgewiesen werden. Verbraucherinnen und Verbraucher, die die gesundheitsschädlichen Stoffe vermeiden möchten, können selbst aktiv werden: Beim Einkauf sollte auf Kennzeichnungen wie "PFAS-frei", "PFC-frei" oder "fluorcarbonfrei" geachtet werden. Wer weniger tierische Produkte konsumiere, könne außerdem seine PFAS-Aufnahme über Lebensmittel verringern.